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Hallo,


wir [Anm.: Person mit Dissoziativer Identitätsstörung, plural] haben deinen Aufruf [Anm.: Erfahrungsberichte über den Ausschluss von medizinischen Behandlungen aufgrund von Maskenbefreiung einzureichen] gelesen und finden es großartig. Wir sind maskenbefreit aufgrund unserer PTBS [Anm.: Posttraumatische Belastungsstörung].

Wir hatten mehrfach verschiedene Probleme. Wir wurden aus verschiedenen Baumärkten (Toom und Dehner) entweder rausgeschmissen oder gar nicht erst rein gelassen wegen der Maskenbefreiung.
Bei Toom hat man das auch mit schwangeren Frauen gemacht, die aufgrund der Schwangerschaft befreit waren. Es wurde sich jedes Mal auf das Hausrecht berufen. Es ist nicht angekommen das dies nicht erlaubt ist.


Zusätzlich wurden wir öfters in öffentlichen Verkehrsmitteln angegriffen. Meistens verbal, aber es gab auch zwei Momente wo Menschen der Meinung waren, uns sehr doll anzutippen oder auch kurz zu schütteln. Wenn man in solch einer Situation [Anm.: mit Maskenbefreiung im ÖPNV] ans Telefon geht, wird man dann noch beschimpft „das man gefälligst seine Fresse zu halten hat, wenn man keine Maske trägt“.
In einem Netto wurden wir durch den halben Supermarkt angeschrien, wir sollen die Maske aufsetzen und es könne ja jeder kommen mit einer Befreiung. Die Kassiererin hat die ganze Schlange über uns angeschnauzt, dass sie ja auch zum Arzt gehen könne und sich befreien lassen könne. Sie ist so ausfällig geworden, dass andere [Anm.: in der Warteschlange] an der Kasse dann mich unterstützt haben und die dann die Marktleitung geholt haben.


Die schlimmste Erfahrung haben wir allerdings im Dezember letzten Jahres gemacht. Uns triggern Ärzte extrem, deshalb begleitet uns unser Mann immer zum Arztbesuch. Leider hat unser Hausarzt nicht angeboten uns zu Impfen gegen Corona und wir wollten uns [stattdessen] gern [im Krankenhaus] boostern lassen.
Also haben wir in XXX (Krankenhaus in Sachsen) uns und unserem Mann online Termine besorgt. Kaum in der Schlange angekommen, kommt eine Schwester auf uns zu und spricht uns darauf an, die Maske auf zu setzen. Wir sagen, dass wir befreit sind, holen unsere Befreiung raus. Diese besteht mittlerweile aus einem Rezeptschein, wo alle unsere Angaben drauf stehen, also Versicherungsdaten sowie Erkrankung und Folge des Maske Tragens, damit uns wenigstens geglaubt wird, dass wir befreit sind.

Die Schwester ranzte uns an, dass die solchen Scheinen nicht glaubt und verlangte die Versicherungskarte und verlangte ihr zu folgen. Mein Mann wollte mit mir mitkommen, aber er wurde auf die Schlange verwiesen. Wir sind ihr gefolgt, auch weil die Art wie sie mit uns sprach es unmöglich machte noch uns zu artikulieren, wir waren nur noch auf folgen ausgerichtet [Anm.: Symptom der DIS, Folge von Traumatisierungen], uns liefen die Tränen und wir haben gezittert. Wir wurden an einen Tisch gesetzt mitten im Raum und die ganze Schlange begaffte uns. Irgendwann kam die Schwester wieder und meinte, es sei nun doch in Ordnung, was sie geprüft hat. Wir waren nur am weinen und dann steckt sie uns zu einem männlichen Arzt ins Zimmer. Dieser konnte natürlich nichts für die Situation und überhaupt nichts dafür, dass wir auch noch super getriggert sind, wenn er mit uns alleine in einem Raum ist [Anm.: Symptom der DIS, Folge von Traumatisierungen].

Unser Zustand verschlechterte sich und da merkte die Schwester zum ersten Mal, dass das [ihre Reaktion] evtl. nicht in Ordnung war. Sie holte uns ein Glas Wasser und brachte dann doch unseren Mann mit rein. Als Entschuldigung, dass es ja so viele machen [Anm.: gemeint sind „Fake“-Atteste] und wenn da mal einer dabei ist, der eine echte Befreiung hat, gehe das halt unter.

Wir waren 3 Tage lang damit beschäftigt, uns davon zu erholen.
Seitdem vermeiden wir möglichst alles, was mit Masken ist. Wir fahren fast keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr, wobei die Fahrer und Kontrolleure immer super nett waren, hier sind es die Passagiere. Wir haben noch keine Ahnung, wo und wie wir das mit der nächsten Impfung machen sollen. Wir haben einfach tierische Angst vor dem, was auf uns zukommt.

[Ergänzung in einer Folgemail]
Hallo, wir haben noch eine Ergänzung. In [Wohnort der Betroffenen in Sachsen] ist der Zutritt zu Krankenhäusern mit Maskenbefreiung prinzipiell verboten. Ich durfte keine Termine mit meinem Sohn im
Krankenhaus wahrnehmen. Das erledigt jetzt immer mein Mann.

JM

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